Vorsicht! Der umgedrehte Orangenkuchen kann süchtig machen!

Anfangs war ich skeptisch, einen gestürzten Kuchen mit Obst zuzubereiten, doch schließlich überzeugte mich die Köstlichkeit dieser Zitrusfrucht, es zu versuchen. Meine Mutter machte einen sehr einfachen mit Äpfeln, der mir nie besonders geschmeckt hat – zur Freude meines Vaters, der ab und zu ein paar Stücke mehr für sich hatte! Meine Mutter war eine gute Köchin. Wie du vielleicht in meiner Bio gelesen hast, begann meine Leidenschaft fürs Kochen, besonders für Süßes, genau bei ihr: Schon als Kind bezog sie mich in die Zubereitung von Desserts mit ein.
Ich hatte das Glück, oft mit einem selbstgemachten Kuchen Merenda (Snack am Nachmittag) zu haben, auch wenn meine Mutter (Schullehrerin) berufstätig war und sich um drei Kinder kümmern musste. Natürlich aßen wir auch gekaufte Snacks, vor allem die von der Marke Mulino Bianco – damals, als man in den Packungen noch kleine Schachteln (ähnlich wie Streichholzschachteln) mit einer Überraschung fand, zum Beispiel einem Radiergummi für die Schule.
Eine Welt, die es heute nicht mehr gibt: Nicht nur schmecken die Snacks längst nicht mehr wie früher, sondern Überraschungen findet man heute erst recht keine mehr. Ich bin ein Kind der Achtziger und empfinde auch in dieser Hinsicht eine große Nostalgie.
Das Rezept für den umgedrehten Orangenkuchen mit karamellisierten Orangen
David Lebovitz ist einmal mehr eine Garantie! Dieses Rezept basiert auf seinem, mit nur ein paar kleinen Änderungen: der Zugabe von Kardamomsamen und der Verwendung ungeschälter Orangen.
Du kannst die Orangen natürlich schälen, aber ich bevorzuge den leicht bitteren Geschmack der Schale – eine feine Bitternote macht diesen aromatischen Kuchen noch runder und harmonischer.
Ein wichtiger Tipp!
Den Kuchen warm oder lauwarm zu genießen, macht hier wirklich einen großen Unterschied. Die Wärme bringt die Konsistenz und die Aromen besonders gut zur Geltung. Dafür reicht es, ihn ein paar Sekunden in der Mikrowelle oder kurz im Ofen zu erwärmen.
Ich habe eine Gewürznote hinzugefügt: grünen Kardamom, der mit seinem zitrusartigen Aroma wunderbar zur geschmacklichen Harmonie dieses Kuchens beiträgt. Wenn ich ein Gewürz verwende, greife ich oft zum Kardamom – wie du auch bei der Schokoladen-Kardamom-Mousse oder bei den Sablé-Keksen mit Walnüssen und Kardamom sehen kannst.
Meine Leidenschaft für Zitrusfrüchte zeigt sich auch darin, dass im Winter der Orangen-Walnuss-Salat zu den Gerichten gehört, die ich am häufigsten zubereite.
Wie ordnet man die Orangenscheiben des gestürzten Orangenkuchens am besten an?
Für den umgedrehten Orangenkuchen schneide ich die Orangenscheiben lieber nicht zu dünn, da sie beim Backen sonst leicht zerfallen können. Deshalb empfehle ich eine Dicke von etwa 4–6 mm.
Man beginnt mit dem äußeren, größeren Kreis. Die Scheiben werden so in die Form gelegt, dass jede neue Scheibe leicht auf der Mitte der vorherigen aufliegt. Die letzte Scheibe des Kreises wird zusätzlich unter die letzte und unter die erste Scheibe geschoben, sodass sich der Kreis sauber schließt.
Für den inneren Kreis werden die Scheiben unter die des äußeren Kreises gelegt, wobei man nach demselben Prinzip vorgeht.
Welche Küchengeräte erleichtern die Zubereitung eines Orangenkuchens?
Am schnellsten gelingt die Zubereitung des gestürzten Orangenkuchens mit einer Küchenmaschine. So sparst du Zeit und Abwasch. Natürlich kannst du auch ein Handrührgerät und eine ausreichend große Schüssel verwenden.
Welche Backform eignet sich am besten für einen umgedrehten Orangenkuchen?
Ein weiteres nützliches Utensil ist eine hitzebeständige Backform. Der erste Schritt der Zubereitung besteht nämlich darin, den Zucker direkt auf der Kochplatte zu karamellisieren. Anschließend wird die Backform in den Ofen geschoben.
Welche Orangen eignen sich für den gestürzten Kuchen mit karamellisierten Orangen
Es ist Januar, und wir befinden uns mitten in der Zitrussaison – die Auswahl ist hier riesig. Im Garten trägt der Zitronenbaum mehr als ein Dutzend erntereifer, sonnengelber Früchte, während mein Vater bereits einige Kilo Kumquats geerntet hat. Es ist wahr: Man kann auch kandierte Orangen in Desserts verwenden (wie in diesen Orangen-Schoko-Kekse). Dennoch ist die Aroma frischer Orangen unnachahmlich.
Die besten Orangen kommen hierzulande aus Sizilien. Ich verwende am liebsten die typischen Tarocco-Orangen, aber auch Sanguinello-Orangen eignen sich sehr gut. Wichtig ist, reife Orangen mit einer nicht zu dicken Schale zu wählen.
Sind die Orangen besonders saftig, empfiehlt es sich, die Scheiben etwa 30 Minuten in einem Sieb abtropfen zu lassen.

Umgedrehter Orangenkuchen
Zutaten
Für die Fruchtschicht
- 40 g Butter
- 130 g brauner Zucker
- 900 g große Orangen z. B. Tarocco oder Sanguinelle
- 8-10 grüne Kardamomkapseln optional, aber sehr empfohlen!
Für den Kuchenteig
- 110 g Butter
- 120 g brauner Zucker
- 1 Tl Vanilleextrakt
- 2 große Eier
- 210 g Weizenmehl
- 1 Tl Backpulver
- 1 Prise Salz
- 4 El Zitronensaft
- 80-100 ml Milch
Kochutensilien
- 1 Runde Backform (24–25 cm Durchmesser), hitzebeständig, z. B. aus Aluminium. Keine Springform!
Anleitungen
Die Fruchtschicht vorbereiten
- Schmelze die Butter direkt in der Backform bei mittlerer bis niedriger Hitze. Füge den braunen Zucker hinzu und rühre, bis der Zucker zu schmelzen beginnt und Blasen wirft. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Keine Sorge, wenn Klümpchen bleiben – sie lösen sich später beim Backen auf.
- Schneide die Orangen in relativ dünne Scheiben (ca. 4–6 mm, je nach Geschmack). Lege sie leicht überlappend in konzentrischen Kreisen auf den geschmolzenen Zucker.
- Drücke die Kardamomkapseln kurz an, sodass die Samen herauskommen, und streue sie gleichmäßig über die Orangen.
Den Kuchenteig zubereiten
- Heize den Backofen auf 190 °C vor. Schlage die Butter mit dem Zucker cremig und hell, entweder mit der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät. Gib Vanille und die Eier nacheinander dazu. Stoppe zwischendurch den Mixer und streiche den Rand der Schüssel ab, bevor du das nächste Ei hinzufügst.
- Vermische in einer separaten Schüssel die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Salz).
- Hebe zuerst die Hälfte der trockenen Zutaten unter die Butter-Ei-Masse, dann die Milch und anschließend den Rest der trockenen Zutaten sowie den Zitronensaft. Rühre nur so lange, bis das Mehl gerade eben eingearbeitet ist – nicht zu viel rühren.
- Verteile den Teig in vier großen Löffelportionen über den Orangen und streiche ihn vorsichtig gleichmäßig glatt, ohne die Orangenscheiben zu verschieben, sodass sie vollständig bedeckt sind.
- Backe den Kuchen 30–45 Minuten (je nach Größe der Form und Dicke des Teigs). Der Kuchen ist fertig, wenn er sich leicht vom Rand löst und nur wenig Farbe angenommen hat. Ein Holzstäbchen in der Mitte sollte fast sauber herauskommen.
- Nimm den Kuchen aus dem Ofen und lasse ihn etwa 10 Minuten abkühlen. Fahre mit einem Messer am Rand entlang, um ihn zu lösen, lege eine Servierplatte auf die Form und stürze den Kuchen vorsichtig (am besten mit Ofenhandschuhen!). Achtung: heißes Karamell kann auslaufen.
- Eventuell in der Form gebliebenes Karamell kannst du auskratzen und über den noch warmen Kuchen gießen.



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